Gerhard Schöne: Aligatoren in der Kanalisation

BuschFunk, 1998

Titelliste

  1. Kollwitz-Platz (Instr.)
  2. Alligatoren in der Kanalisation
  3. Max Motzer aus unserer Straße
  4. Tödliches Preisauschreiben
  5. Das Schiff
  6. Rattenwurst
  7. Die rätselhaften schwarzen Opel
  8. Der Taxifahrer-Engel
  9. Die unterirdische Stadt
  10. Schwarzer Rabe
  11. Die Nachricht
  12. Metro Moskau-Paris (Instr.)
  13. Da liecht wer
  14. Die verschwundene Braut
  15. In Memoriam Heinz
  16. Das verwunschene Kino
  17. Aliens
  18. Kaum zu glauben, aber wahr
  19. Kudamm (Instr.)

Besetzung

  • Tobias Morgenstern: acc, perc ,voc – Live vom Kollwitz-Platz
  • Karl-Heinz Saleh: git, voc – Live vom Kollwitz-Platz (Berlin)
  • Gerhard Schöne: git, voc

Liedtexte

Alligatoren! Alligatoren!
Alligatoren in der Kanalisation!
Alligatoren! Alligatoren!
Alligatoren in der Kanalisation!

Unter den Straßen von New York gibt’s Krokodile
und neuerdings auch unter Moskau und Berlin.
Erst waren es wenige, jetzt sind es schrecklich viele!
Tja, und wie kamen die dahin?

Aus ihrem Urlaub brachten sich verschied´ne Kinder
ein Krokodil-Ei in der Tasche mit nach Haus.
Aus diesen Eiern krochen dann im nächsten Winter
die kleinen Krokodile aus.

Alligatoren …

Die lieben Tierchen, die ein großer Hunger quälte,
fraßen den Kühlschrank leer, den Hund, den Papagei.
Doch als dem ersten Kind das erste Ärmchen fehlte,
war´s mit der Tierliebe vorbei.

Die Leute spülten ihre jungen Krokodile
mit der Toilettenspülung – wusch – einfach davon.
Und durch die Abflußrohre landeten dann viele
zack – in der Kanilisation.

Alligatoren …

Es schwimmen Speisereste in der trüben Brühe.
Die schnappen sich die Wasserratten mit Geschick.
Und von den Wasserratten werden ohne Mühe
die Krokodile ganz schnell dick.

Manche soll´n fast so groß sein wie ein U-Bahn-Wagen.
Und ab und zu gehen nachts die Gullideckel hoch.
Dann packt ein Riesenmaul die Leute – schnapp – am Kragen
und zerrt sie in das schwarze Loch!

Alligatoren …

Beim Preisausschreiben letztes Jahr
gewann ein Dresdner Ehepaar
´ne Traumreise nach Sansibar.
Ein Flug zu zweit.
Die Frau rief gleich die Oma an,
ob die derweil für´n Sohnemann
als Babysitter kommen kann.
Die hatte Zeit.

Oma, denk dran, gegen acht
bist du bei uns! Abgemacht?

Sie waren zeitig aufgewacht
und hatten sich Kaffee gemacht.
Die Oma rief an gegen acht,
sie fährt jetzt los.
Das Auto stand gepackt vorm Haus.
Das Baby trank sein Fläschchen aus.
Die beiden schauten dauernd raus.
Wo bleibt sie bloß?

Mensch, was bloß die Oma macht,
jetzt ist es schon weit nach acht!

Der Abflug rückte nah heran.
Sie banden ihren Sohnemann
behutsam an sein Stühlchen an,
dann fuhrn sie ab.
Und sagten wie aus einem Mund:
„Zur Sorge gibt es keinen Grund,
die Oma hat das Schlüsselbund!“
Es wurde knapp.

Einfach unbeschreiblich war
ihre Zeit auf Sansibar!

Der Rückflug und die Fahrt nach Haus.
Sie klingeln, keiner kam heraus.
Sie schlossen auf – oh nein – oh Graus!
Das Baby dort!
Im Stuhl hing´s mausetot ganz schief,
weil Oma, nachdem sie anrief,
vor einen Ford (metallic) lief.
Sie starb sofort.

Niemals nehm ich, reisegeil,
an ´nem Preisausschreiben teil!

Du gugg ma, da liecht wer!
Dadsache, da liecht wer!

Eh´saach ma, was haddn der?
Na eben, was haddn der?

Geh mor mal bissl näher?
Klar, los, geh mor näher!

Bestimmt nur e Penner!
Ich globe ooch, e Penner!

Du, saache ma, lebt der?
Ich weeß nich, los geh mer!

Mensch, hilft denn dem keener?
Die gehn alle weider!

Bestimmt nur e Penner!
Klar, sicher, e Penner!

Du, mei Beutl is sauschwer!
Los, komm, nischt wie weider!

Pass off, Mensch, da liecht der!
Total hier im Weech quer!

Du stolperst noch drüber!
Hier zwischen de Fußgänger!

Nur saufen, die Penner!
Ein Drechsack, ein elender!

Eh, saache ma, bluded der?
Oh Scheiße, klar bludet der!

Gugg weg und geh weider!
Das fehlt noch, so´n Ärscher!

Uns hilft doch ooch keener!
Nee, uns hilft ooch keener!

Ma is nich mer sicher!
Die wern immer brudaler!

Da wars früher besser!
Jetzt nur Penner und Gangster!

Du guck ma, da liecht der!
Halts Maul und geh weider!

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