Keimzeit: Kapitel Elf

Amiga/ Hansa, 1991

Titelliste

  1. Kapitel Elf
  2. Zu wenig
  3. Singapur
  4. Eisenbahner
  5. Blind
  6. Reiches Land
  7. Farben
  8. Amsterdam
  9. Gold für einen Ring
  10. Ich bin krank
  11. Maggie
  12. Wiedersehen

Besetzung

  • Roland Leisegang: dr
  • Hartmut Leisegang: bgit
  • Matthias Opitz: piano organ.
  • Ulrich Sende: ldgit
  • Ralf Benschu: bariton sax, alt sax, fl, klarinette
  • Norbert Leisegang: git, voc
  • Ralf Schuldt: mundh,
  • Ronald Hänsch: tr
  • Christian Raake: tenor sax
  • Uwe Langer: tb

Liedtexte

Kapitel 11 – die ersten 10 können wir vergessen.
Versuch Nummer 4 auf‘m Bogen Papier ist keinen Pfennig wert.
Derselbe Lärm in der gleichen Stadt,
Jeden Tag aufs eigene Ob.
Und mittags noch vom Frühstück satt.
Oder war es nicht so?

Bücher dieser Art langweilen mich
Und machen mich schlapp.
Die Kritiker sind nicht zimperlich
und schießen mich ab.

Die Augen zu, und mit Konfetti in meinem Haar
Laß‘ ich mich zwischen die Zeilen fallen
Und mach‘ es wahr.
Wunderland, ich und Wirklichkeit –
Wir hatten uns verlaufen.
Mit Absicht, hat man festgestellt,
Denn wir waren einen saufen.

So, wie die Dinge liegen,
Bleib‘ ich noch‘n Weibchen weg.
Für die Ewigkeit nur einen Augenblick,
Denn zu warten hat keinen Zweck.

Kapitel 11 – die ersten 10 können wir vergessen.
Für‘n Kuß auf‘n Mund zum Valentinstag
Würd‘ ich es tun.
Dafür renne ich, überschlag‘ ich mich,
Werl‘ noch ein Geldstück ein.
Die Jukebox spielt dein Lieblingsstück:
Blue Valentine.

Eine Oomic-lesende Kellnerin
Ist mir lieber als‘n Drogentrip.
Für meine Fehler hab‘ ich zahlen müssen,
Damit sind wir quitt.

Oder kann es sein, daß ich mich irre ????

Es gibt so viel gebrochene Herzen.
Es gibt so viel Einsamkeit.
Es gibt so viel Liebeskummer.
Es bleibt der Ewigkeit zu viel Zeit.

Es gibt so viel erschlagene Gesichter.
Es gibt so viel Nadeln im kopi.
Es gibt so viel graue Wochentage
Und viel zu viel üble Tricks im Spiel.

Von alledem so viel,
Nur von dir krieg‘ ich zu wenig

Es gibt so viel neunmalkluge Sprüche,
So viel von dem: Jedes Teil nur fünf Mark.
Es gibt so viel Leuchtreklame –
Für dich und mich ein neues Horoskop jeden Tag.

Es gibt so viel Mörder wie Gesetze.
Es gibt so viel nackte Gewalt.
Es gibt so viel korrupte Richter –
Unendlich viel Tragik in der Irrenanstalt.

Von alledem so viel

Es gibt so viel Sonnenuntergänge
Und 1000 Sterne am Firmament.
Es gibt so viel arme Teufel heut‘ nacht,
Deren Schicksal von uns niemand kennt.

Es gibt so viel heulende Wölfe –
In jeder Stadt Glockengeläut.
Und wusst‘ ich bisher nicht, woran es mir fehlt,
Weiß ich es jetzt und sag‘ es dir heut‘:

Von alledem so viel …

Wir legen ab und fahr‘n nach Singapur –
Mit ‘nem Schiff aus schäbigem Holz.
Auch wenn der Wind uns das Segel zerreißt –
Wir müssen weiter, immer weiter, was soll‘s.

Der Heizer aus China will nach Hause.
Bläst der Wind nicht, kriegt er viel zu tun.
Unsere Weisheiten jagt er durch die Dampfmaschine,
Ist gegen Pocken und Pest immun.

Der Schiffskoch, geboren in Sizilien,
Hat längst die Weltrezeptur erkannt.
Segelnd über die Meere
Trägt er die Botschaft in ein fernes Land.

Der Steuermann nennt sich Napoleon.
Gespalten brüllt er in die Nacht.
Kommt er müde aus der Schlacht wieder zu sich,
Wird das Steuer mit ‘nem Strick festgemacht.

Und das Kommando führt ein deutscher Captain.
Sein linkes Bein hat er im Krieg verlor‘n.
Lange schon keine Heimat mehr –
Er will in Singapoor ein Leben von vorn.

Von der Segelspitze bis zum Kiel –
Auf diesem Schiff haben alle dasselbe Ziel.
All unsere Träume und fernen Gedanken
Fallen in der Nacht mit dem Regen
Auf hölzerne Planken.

Wir legen ab

Reiches Land in einer Marmorwand –
Eingraviert mit Gold.
Regen fällt aufs pure Geld –
Das Blut war nicht gewollt.

Wieder mal mit den Grenzen gespielt –
Die Ehre verletzt.
Zum Sturm die Trommel gerührt –
Halbe Kinder aufeinandergehetZt.

Spürbar kühl dieser Abschied“,
Hatte er sich beklagt.
„Ich küsse besser wenn ich dich wiederseh“‘,
Hatte sie ihm drauf gesagt.

Sie weiß:
Endlich Abenteuer in der Kartenhaus-Männerwelt.
Der rote Regen muß erst ins Tal hinab,
Eh‘ sie in sich zusammenfällt.

Reiches Land in einer Marmorwand

Mit Gottes Segen in die Hölle geschickt –
Einfach alles wurde verbrannt.
Zu spät, um umzukehren jetzt.
Er hat den Wahnsinn längst erkannt.

„Es geht nach Hause 1“, Wurde plötzlich befohlen.
„Was erhalten blieb, ins Depot zurück -Eure Knarren und die Pistolen 1“

Glück –
Er hatte nicht mit dem Leben bezahlt.
„Willkommen zu Hause „‚
Hatten die Kinder gemalt.


Alle Wege führen nach Rom, hattest du gesagt. In jeder Antwort ein leises CM, wenn ich was frag. lauch mich in deine Farben, und nimm mir mein Schwarz-Weiß. lauch mich in deine Farben, ohne Warnung, jetzt gleich.

Es gibt so viel, was mich interessiert in deiner Welt. War viel zu brav, hab‘ nichts ausprobiert, Nichts weiter angestellt.
lauch mich…

Mein Gefieder wurde bunt wie ein Regenbogen.
Das häßliche kücken wurde flügge und ist einfach weggeflogen –
Mit all deinen Farben in ein anderes Schwarz-Weiß.
Mit all deinen Farben, ohne Warnung, dann gleich.

Amsterdam – zu spät für eine Lüge.
Karneval wird im Kaffee serviert.
Rund um die Uhr buntes Theater.
Das Glitzerspiel hat sich selbst inszeniert.
Die Topmodelle sind jung und schön –
Wasserperlen auf der Haut.
Man schaltet alle Ampeln auf Grün,
Eh‘ sich die Karavane staut.

Ein komödiant schneidet mir Grimassen.
Nur – außer Kleingeld gibt das nichts her.
Leih‘ deine Zeit den Einarm-Banditen‘
Und du brauchst deine Bibel nicht mehr.
Das wunde Thema – bitte schneid‘ es nicht an.
Ob Schicksalsschlag oder gewollt –
Klar, wer das Tempo nicht durchhalten kann,
Wird vom Skateboard überrollt.

Amsterdam – zu spät für eine Lüge.
Karneval wird im Kaffee serviert.
Rund um die Uhr buntes Theater.
Das Glitzerspiel hat sich selbst inszeniert.
HoI‘ mir die Nacht, hoI‘ mir das Meer –
Das Wasser spiegelglatt.
Lauf‘ den Sirenen hinterher
Und verlasse diese Stadt.

Er sagt:“Ich gehe zurück in den Ozean,
Geselle mich zu den Walen
Lind blas‘ eine Fontäne in den Wind.“
Tiefes Blau und korallengrün
waren immer schon seine Lieblingsfarben.
Er dreht das Radio laut,
Und plötzlich fällt die Warnblinkanlage aus.
Er weiß,
Das Eine hat mit dem Anderen nichts zu tun.
Ob so ein Wal ihn wohl verstehen könnte?!

Du große Stadt mit deinem kalten Blick –
Der Auswurf in seinem Taschentuch war Blut.
Von Anfang an, es war ein mieser Trick –
Aber vergiß‘ nicht, was du versprochen hast,
Und mach‘ ihm Mut.

Mach‘ ihm Mut,
Weil man ihm schwer auf seine Füße tritt.
Gib ihm kraft
Und sag‘:“Los, spring !“
Schick‘ ihn vor, er holt dich ein.
Du kannst sicher sein:
Er sucht nach Gold für einen Ring.

Seine Stirn ist naß,
Und das Neonlicht brüllt:
„Nur in der Dunkelheit sind wir frei für einen Schuß
Im Labyrinth, wo das Unheil beginnt,
Wird er bluten.
Du weißt, daß es so kommen muß.
Aber bis dahin mach‘ ihm Mut

Ich bin krank, liege im Bett,
Und du kommst mich besuchen,
Weil du mir eine Freude machen willst – nur:

Ich kann dir nicht glauben,
Wenn du von Gott erzählst.
kann dir nicht glauben,
Daß du dich für mich quälst.
Deine Gurus sind mir fremd,
Deine Blicke zu intelligent.

Ich kann dir nicht glauben,
Was du mir prophezeist.
Erzählst mir von Dingen,
Die ich längst schon weiß.
Ich brauche deine Lehre nicht,
brauch‘ nicht deinen guten Rat.

Und überhaupt –
Ich brauche nicht deine Erlösung,
Brauch‘ nicht diesen einen Weg.
Vielleicht nur neun-mal-neun Meter Holzparkett,
Um zu tanzen, bis nichts mehr geht.

Ich kann dir nicht glauben,
Wenn du von Liebe sprichst.
kann mir echt nicht vorstellen,
Wie du Herzen brichst.
Deine Wahrheit ist verbogen,
Die Geschichten sind glatt erlogen.

Die Erde ist rund und der Glückswürfel eckig.
Die Mädchen sind bunt, und Schweine sind dreckig.
So einfach stehen die Dinge nun auch wieder nicht,
Denn wer weiß schon genau,
Wann so ein Krug zerbricht?

Deine Augen, die glänzen,
Wenn wir uns sehen.
Du bist traurig,
Wenn wir auseinandergehen.
Wie oft hab‘ ich dir das nun schon klar gemacht:
Auch wenn Regenwolken weinen –
Ein Clown, der lacht.
Oh Maggie, du bist so wunderschön.
Oh Maggie, mit jedem Tag hab‘ ich dich lieber.
Oh Maggie, komm‘ schon und laß‘ mich gehn.
Ich versprech‘ dir auch, ganz ehrlich,
Nächstes Jahr komm‘ ich wieder.

Dann heiraten wir und haben viele Kinder.
Wir ziehen aufs Land,
Denn da lebt es sich gesünder.
Wenn ich mich am Abend dann zu dir leg‘,
Flüster‘ ich dir in dein Ohr, und das geht:
Oh Maggie

Und wenn wir dann 72 Jahre alt sind,
Kommen die Enkel uns besuchen.
Ich küß‘ dich auf die Stirn, mein Kind,
Und du bäckst uns ~nen Zuckerkuchen.

Wenn wir uns wiederseh‘n,
Gieß‘ ich dir ein Glas Bier in deinen Ausschnitt.
Du beballerst mich mit Ketchup,
Wenn wir uns wiederseh‘n.

Wenn wir uns wiederseh‘n,
Dann würg‘ ich dich mit Spaghetti.
Du knallst mir ‘ne Stiege Eier auf‘n Kopf,
Wenn wir uns wiedersehn.

Wenn wir uns wiederseh‘n,
Dann fliegen die Torten wie Ufos durch die Luft,
Wenn wir uns wiederseh‘n.

Wenn wir uns wiedersehn,
Wer weiß, wann wir uns wiedersehn?!
Aber dann, wenn wir uns wiedersehn,
Werden wir uns lieben !!!

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