Keimzeit: Primeln& Elefanten

K&P Music / BMG, 1995

Titelliste

  1. Mit dem Regen
  2. Gott will
  3. Die Achse
  4. 3/4 Mond
  5. Windstill
  6. Näher mein Herz
  7. Primeln & Elefanten
  8. Verlorengegangen
  9. Lisa (instrumental)
  10. Urwaldnashorn
  11. Tochter B.
  12. Bergholz – Bergholz
  13. Donau – Angler
  14. Dreiundachtzig
  15. Comedy
  16. Schone nicht meine Nerven

Besetzung

  • Hartmut Leisegang: bg, mand
  • Roland Leisegang: dr, perc
  • Andreas Spatz Sperling: org, piano, keyb
  • Ulle Sende: ldgit
  • Ralf Benschu: sax, fl, klarinette
  • Norbert Leisegang: voc, git

Liedtexte

Ob man es darf oder besser nicht,
Steht in der Bibel geschrieben.
Dessen ungeachtet hat sie es doch
Dann mit dem Schönsten getrieben.

Lieblich im Schatten, Iieblich die Zeit,
Lieblich attein schon die Farben.
Lieblich der Duft an ihrem Kleid –
Nur der Abendwind, der will sterben.

Grüne Gärten und frisches Gemüse –
Mit dem Regen sicher wär‘s so geworden.
Doch dann ohne, nun schon seit Wochen,
Ist das Meiste verdorben.

Bist du der Geist aus der kleinen Flasche –
Undurchsichtiger Nebel?
Vierteile den, der sie „Hure“ schimpft,
Mit einem türkischen Säbel.

Mach‘, daß der Abendwind sich mausern kann
Und wie ein Hurrican fegen
Sie wäscht sich ihre Füße dann
Mit dem Regen.

Gott will, ich will nicht
Durch Dick und Dünn mit dir geh‘n.
Gott sieht, ich seh‘ nicht,
Daß wir uns blendend versteh‘n.

Wer mixt ein Wasserglas mit CI?
Ich würd‘ es sicher niemals tun.
Ich hab‘s schon lange im Gefühl,
So lang‘ du dich rührst,
Werd‘ ich nicht ruh‘n.
Gott will

Ein hübsches Paar, zwei linke Schuh‘ –
Narren nur kommen damit klar.
Jedesmal, ich geb es zu,
Bin ich am Ende dort,
Wo ich schon mal war.
Gott will

Die Neunte offenbar aus einem Guß.
Die Nächte nicht ohne etwas Licht.
Die Trauerweide sanft berührt den Fluß.
Nur in unserem Fall gelingt das nicht.
Gott will

Der Eine raucht, der Andere badet, und der Dritte ist Captn.
Der Eine gibt dem Anderen Recht:
An die Achse, da muß das Fett hin –
Weil sonst der Wagen quietscht und die Tour versaut wird
Und natürlich jeder merkt, daß hier geklaut wird.

Der Eine meint:‘Trotz aller Not, man darf nichts übereilen.
Man sollte, bis es dunkel wird, ein wenig noch verweilen.“
Er steckt sich eine Neue an und schickt den Anderen baden.
Der Dritte wird für den Notfall einstweilen die Flinten laden…

Also eine Hand in die andere,
Auch der Dritte darf seine bieten.
Und alle drei schallend laut:“Ab jetzt sind wir Banditen
Nehmt dem Gaul die Kleie weg, und spannt ihn vor den Karren
Ist die Achse gut geschmiert, so wird sie auch nicht knarren!“

Die Glocke beim Gendarm klingelt unentwegt Alarm.
Doch wer die Banditen waren, weiß man nicht…

Hab‘ gut geschlafen und bin früh schon auf.
Nur um dich zu sehen, nehm‘ ich das in Kauf.
Hab‘ dich noch gut in Erinnerung – taufrische Morgendämmerung.
Die Geschichte von „Ich-weiß-wie‘s-funktioniert“ kannt‘ ich nicht,
Hab‘ dich nur angestiert.
Du hast mich total in Trance gebracht,
Ich bin so schnell nicht wieder aufgewacht.
Als Kinder sind wir dir hinterhergerannt
Und haben Löcher mit ner Lupe in Satin gebrannt.
Wir haben dabei sehr viel Lärm gemacht,
Später hat man uns deswegen ausgelacht.
Die Kindheit ist nicht länger als ein Augenblick –
Walzer tanzen 1-2-3 und dann zurück.
Hör‘ endlich auf, dir dein Gesicht zu schminken,
Und laß‘ uns bis zum frühen Morgen Wodka trinken.
Und sollt‘ ich irgendwann mal auf nem Leuchtturm stehen,
Die Schiffe in den Hafen fahren und rausfahren sehen,
Denk‘ ich an dich, und plötzlich fällt mir ein:
Warum kann ich nicht so wie die Schiffe sein?
Schiffe sind schlank und werden niemals dick.
Soldaten zogen los und kehrten nie zurück.
Ich mächt gern wissen,
Wer die Karten teilt für dieses Spiel,
Und wie lang‘ er bleibt.

Bild‘ ich mir ein, daß hier mein Schild liegt,
Krieg‘ ich Bescheid von meinen Knien,
Daß ich schon bald aus ihrem Bild flieg‘ – schonungslos.
Ein kühler Strich von nasser Farbe setzt mich lachend vor die Tür.
Nicht grad entzückend meine Lage, so ganz ohne sie.
Sie bringt mich, wie ich das so seh‘,
Mit ihrer Art auf den Gedanken:
All die Primeln mit ihrer Pracht gehören zu den Elefanten.

Ich will es tun, wie‘s ein Bandit macht,
Und mich verkleiden, mit dem Ziel,
Daß ich sie in mich verliebt mach‘ – in einer Sommernacht.
Ich werd‘ mit meinen Marionetten
Zeit und Raum für sie verdreh‘n,
Um am Ende sie zu retten – in meinen Armen.
Sie bringt mich …

Gestreifte Mäuler, bunte Häute.
80 Rüssel weit entfernt trifft das Echo auf zwei Leute,
Die sich lieben.
Ein Dutzend tunneltiefer Narben ist vom Efeu okkupiert.
Der alleine soll sie haben für diesen Augenblick.
Sie bringt mich …

Der Alte hat es knistern hören mit seinen 83 Jahren.
Immerhin, seine Balken haben gehalten durch Dick und Dünn.
„Das Leben“, sagt sie,“jubelt stummen Applaus.“
Und er hat es überhört – absichtlich – so blieb sein Echo aus.

Sag‘ ihm, was du denkst.
Ob du‘s ihm leihst oder es ihm schenkst,
Er wird es nicht behalten.
Denn er geht mit ihr zurück –
Sie ist die Hölle und sein Glück,
Im Gesicht mit all den Falten
Sie ist schön.

Der Alte ist gestorben mit seinen 83 Jahren,
Eines Morgens ohne Aufsehen still ins Jenseits gefahren.
Am Leben, sie weint stummen Applaus –
Und ein Baby schreit lauthals des Alten Echo heraus.

Sag‘ ihr, was du denkst.
Ob du‘s ihr leihst oder ihr schenkst,
Sie wird es nicht behalten.
Denn sie geht mit ihm zurück –
Er ist die Hölle und ihr Glück,
Im Gesicht mit all den Falten.

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