Monokel

Über Monokel

Sebastian „Buzz Dee“ Baur (Bass) und Peter Schneider hatten 1975 eine Band-Idee, die sich ein Jahr später durch den Einstieg von Frank „Gala“ Gahler (Gesang, Mundharmonika), Jörg „Speiche“ Schütze (Bass) und Mario Janik (Schlagzeug) zu einer formidablen Bandrealität, sprich heftigen bis orgiastischen Live-Performance entpuppen sollte.

Gala selbst schrieb sehr plastisch davon in einer bis heute noch nicht erschienenen Autobiografie, die von Verboten, Polizeieinätzen, Fassbierrekorden und Fanbekundungen (Betonung auf Kunden) geprägt war.

Die Band erlebte und überlebte auch wechselende Besetzung unbeschadet:
Baur verließ sie 1979, ging zu „Keks“, dann zu MCB und irgendwann nach 1990 zu Knorkator. Für Borchert und Janik kamen Bernd „Kuhle“ Kühnert (Gitarre, Gesang), Rainer Lojewski (Schlagzeug), der dann in die BRD ging, und Michael „Lefty“ Linke (Gitarre, Gesang) Der Abgang von Gala zu „NO 55“ (mit Gogow von CITY dann Kopf dieser Truppe) war dann doch schon ein heftiger Einschnitt.

Musikalisch und textlich gelangen der Band einige Stücke, die zu den Säulen ostdeutschen Blues- und Selbstverständnisses gehören: „Das Monster vom Schilkinsee“, „Bye Bye Lübben-City“, „Rettungsboot“, „Berlin“, „Boogie Mobil“ oder „Nie wie Vater“.

In der Wendezeit stand die Existenz von Monokel nicht nur deshalb in Frage, weil der Manager samt Bandkasse verschwand, sondern weil sich die Band Mitte der neunziger Jahre aufspaltet, sich in Rechtsstreitigkeiten darüber unangenehm verstrickt und seitdem die Jubiläen auch getrennt feiert: 2011 beispielsweise Speiches 65ten und die Band ihr 35 jähriges Bestehen. Auf den jeweiligen Feierlichkeiten, durchaus im Interesse der Bluesgemeinde, fanden sich dann mehr und mehr ehemalige wie aktuelle (kontrahierende) Musiker wie Gäste auf den Bühnen ein. Man besuchte sich also und veröffentlichte überdies einige Live-Scheiben und DVD „Butter & Beton“ (2012), „35 Jahre Monokel! Sehen und Feiern“ – worüber man in unseren Fach Kundenrezensionen schon mal lesen konnte: „Habe das Teil soeben erhalten! Der Player rotiert, die Luft pulsiert, die Gänsehaut fiebriert!“.

Zum 40. Bandgeburtstag (wieder inkl. 70 Jahre Speiche) wurde eigens eine Jubiläumsformation gegründet, zu der neben Buzz Dee Baur auch „Gala“ und Peter Schmidt (von East Blues Experience) gehörten und die ein ganzes Jahr bis zum Abschlusskonzert am 27. Dezember 2016 (Kesselhaus Berlin) tourte. Die Veröffentlichung als CD/DVD erfolget im Herbst 2017.

Die Kraftblues-Fraktion jubilierte dagegen im Juli 2016 mit einem OpenAir in Spremberg vor knapp 1.000 Besuchern und veröffentlichte eine Doppel-CD. Noch davor schied Bernd „Kuhle“ Kühnert hier aus, ohne dass dafür Motive bekannt wurden.

Inzwischen gibt es neue Projekte wie z.B. die Lübben-City Blues Connection.
Eine Vielzahl von Veröffentlichungen beider Ensembles sind in Kooperation mit BuschFunk als Label- oder Vertriebspartner gestartet.

Veröffentlichungen

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