Axel Prahl überrascht mit “Inselorchester“, Mehr als “nur“ Tatort-Kommissar

von dk, Offenbach-Post

Viele kennen ihn vor allem als TV-Kommissar Frank Thiel. Doch dass Axel Prahl auch als Gitarrist und Sänger einiges zu bieten hat, bewies er am Sonntagabend im Amphitheater.

Der sorgt dafür, dass die Menschen in größerer Zahl neugierig werden auf das, was Prahl zu bieten hat, wenn er zur Gitarre greift und singt, begleitet vom „Inselorchester“. Am Sonntagabend war das zu erleben im nahezu ausverkauften Hanauer Amphitheater. Es sind gestandene Musiker der Rock-, Jazz- und Klassikszene der Republik, die sich im „Inselorchester“ zusammengefunden haben und den „spätberufenen“ Sänger und Gitarristen Axel Prahl auf wunderbare Art und Weise unterstützten. Da kam ziemlich schnell kein Gedanke mehr an Kommissar Thiel auf, auch wenn Axel Prahl immer mal wieder ganz bewusst mit seiner Paraderolle auf witzige und unaufdringliche Art und Weise kokettierte. Allerdings später erst.

Denn zum Auftakt des Konzerts kommt Prahl alleine auf die Bühne, grüßt mit einem „Hallo Hanau“ ins große Rund des Amphitheaters, und lässt mit seiner Interpretation von Gershwins „Summertime“ keinen Zweifel daran, wie ernst ihm sein musikalisches Anliegen ist, und wie versiert er sich stimmlich und auf den sechs Saiten seiner Gitarre in dem Metier bewegt. Dann greift er auf die „Little Help from my Friends“ zurück, bindet das neunköpfige Inselorchester mit Streichern, Bläser, Tasteninstrumenten und E-Gitarre auf grandiose Weise in das Konzerterlebnis ein, um dann Lieder derer zu präsentieren, die Axel Prahl schätzt. Der DDR-Liedermacher Gerhard Gundermann gehört dazu, Rio Reiser ebenfalls. Axel Prahl imitiert sie nicht, er ehrt sie auf seine ganz persönliche Art und Weise mit ureigenen Interpretationen ihrer Songs.

Prahl streut Geschichten ein. Über das Leben an sich und über sein eigenes. Denn Gitarre habe er schon als Kind gespielt. Und dann, mit 15 oder 16 Jahren, habe es geheißen, „Axel, spiel doch noch einen“, als alle anderen längst beim Schmusen waren. Es war ihm wohl recht, denn er habe immer daran geglaubt, eine eigene Platte herauszubringen. Schließlich ist ihm das ja auch gelungen, „im zarten Alter von 51 Jahren.“

„Blick aufs Mehr“ heißt die CD, der die zweite Hälfte des Abends gehört. Es sind Lieder über das Leben, über die Wirren der Liebe, über das Reisen auch im übertragenen Sinne, und, wie im Lied „Ich bin wie ich bin,“ auch über das Ende der Kompromissbereitschaft. Prahl prangert musikalisch die verkommenen Kommunikationsformen in „Blabla“ an. Die Musiker nutzen die Genres von Rock, Chanson, bisweilen wird es jazzig, Klezmer ist vertreten, Anklänge an Balkan-Pop werden hörbar, die Polka findet verfremdet Einzug. Es ist eben Axel Prahls „Blick aufs Mehr,“ das den Reiz des Konzerts ausmacht, das in Hanau erst mit Zugaben beendet wurde, die eigentlich noch gar nicht in die Öffentlichkeit kommen sollten. Prahl und sein Inselorchester wagten der Begeisterung der Gäste wegen das Experiment und scheiterten dabei keineswegs. Sie richteten eben den „Blick aufs Mehr.“

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